1.Tag
Der erste Tag des Urlaubes begann wie ein Urlaub eigentlich nicht beginnen sollte: mit einem Fehlschlag! Mein Flug nach London (Stanstead) startete um 9.25 Uhr in Lübeck (Ryan Air). Um von Oldenburg rechtzeitig nach Lübeck zu gelangen, fuhr ich um kurz nach 5.00 Uhr los. Auf dem Weg wurde immer wieder ein Stau in der Gegenrichtung durchgesagt, erst kurz vor dem Stau wurde plötzlich von einer Vollsperrung gesprochen. Zu spät, um frühzeitig abzubiegen. Und so landete ich im Stau, unglücklicherweise einem sehr langen. Kurzum: ich war um 9.30 Uhr in Lübeck, das Flugzeug bereits abgeflogen! Jetzt rächte sich ein wenig, dass ich einen Billigflieger nutzen wollte, der nächste Flug ging erst am Abend. Das unglücklichste war jedoch, das mein Freund Rüdiger, mit dem ich mich in London treffen wollte, nun eben in London wartete. Ich ließ ihn am Flughafen ausrufen, um das Missgeschick mitzuteilen. Danach telefonierte ich mit unserer ersten Unterkunft, um dort anzukündigen, dass wir später kommen. Ich schaute mir noch ein wenig Lübeck an, da ich ja nun ungewollt Zeit hatte, kehrte aber dieses Mal überpüktlich zum Flughafen zurück. Um 20.00 Uhr war ich endlich in London (ironischerweise hatte der Flieger abends die Verspätung, die mir morgens zum Mitflug gereicht hätte), wo mein Freund wartete. Wir holten direkt am Flughafen unseren Mietwagen und machten uns auf nach Salisbury, zur ersten Unterkunft, wo wir um 1.00 Uhr früh ankamen. Unglücklicherweise gerieten wir durch eine falsche Ausfahrt auch noch ungewollt weit in die Innenstadt Londons, was mit dem unbekannten Mietwagen und dem Linksverkehr nicht gerade angenehm war. Aber das ist eine eigene Geschichte, die hier nicht erzählt werden soll.
Nach unserem ersten englischem Frühstück, das wie alle folgenden sehr reichhaltig ausfiel, brachen wir gegen 10.00 Uhr zunächst in die Innenstadt Salisburys auf. Auffälligstes Bauwerk ist die berühmte Kathedrale Salisburys, die von überall in der Stadt gut zu erkennen ist. Klar, dass wir uns als Touris so ein Bauwerk nicht entgehen lassen konnten. Wie wir in der Kathedrale feststellten, wird in England kein Eintritt für Kirchen verlangt, es wird um eine Spende gebeten. Da man aber am Eingang in der Regel eine Drehtür vorfindet und dahinter eine Kasse mit einem freundlichem Kassierer, kommt man nicht umhin, 'freiwillig' zu spenden. Das lohnt sich für die eindrucksvolle Kathedrale aber auf jeden Fall. Am frühen Nachmittag brachen wir gen Dartmoor auf. Unsere erste Pause machten wir in Bere Regis, wo wir uns eine typische englische Kirche anschauten (die aber leider verschlossen war). Danach fuhren wir zum Athelhampton House, in dem es angeblich spuken soll, aber auch hier verschlossene Türen (Ruhetag). Weiter ging es nach Abbotsbury, und siehe da, hier hatte unser Ziel, eine alt eingesessene Schwanenzucht, doch tatsächlich auf. Das Wetter konnte sich nicht so richtig entscheiden, ob es Regen oder Sonne geben sollte. So wechselte es ständig. Ein paar mal konnten wir uns vor den kurzen Schauern in kleine Informationshütten retten, schließlich wurden wir aber doch nass. Dennoch: die über 600 Schwäne, die direkt vor den Besuchern brüten, sind sehr sehenswert, die Schwanenzucht ist generell hübsch anglegt. Nach weiteren kurzen Zwischenstopps in dem hübschen Fischer- und inzwischen Touristendorf Lyme Regis und in Exeter, wo wir uns die Kathedrale und die hübsch renovierte alte Hafenanlage anschauten, gelangten wir abends ins Dartmoor, wo wir zunächst mit den engen Gassen zu kämpfen hatten, die einspurig angelegt, aber zweispurig gedacht waren. Um aneinander vorbeizukommen gab es Ausbuchtungen, nur leider kam der Gegenverkehr nicht immer nur in den Ausbuchtungen. Nachdem wir unser Zimmer in Moretonhampstead bezogen haben, begaben wir uns in den nächst an der Unterkunft gelegenen Pub (einer von dreien in Moretonhampstead), um den Abend mit einem Cider (Rüdiger trank ein Guiness (irisches Bier, was für ein Frevel)) zu beschließen.
Wieder gab es ein reichhaltiges Frühstück. Nach dem Frühstück setzten wir uns mit unserem Gastgeber, Ken, zusammen, um eine schöne Besichtigungsroute durchzusprechen. Wir beschlossen zunächst den Westteil des Dartmoors zu betrachten, was dann folgendermaßen aussah: Wieder durch die engen Gassen (die zu allem Überfluss auch überaus kurvig und bergig waren, und hin- und wieder auch durch Schafe besetzt) fuhren wir nach Postbridge zur berühmten Clapper Bridge, einer alten Steinbrücke. Wegen der Maul- und Klauenseuche (MKS) waren alle Wanderwege im Dartmoor gesperrt, alle Straßen durch das Moor und die daran liegenden Besichtigungspunkte konnten aber besucht werden. Danach ging es weiter nach Pricetown, wo wir das Darmoor Visitor Centre besuchten. Hier sind Informationen zum Dartmoor zwar ganz nett aufbereitet, unbedingt gesehen haben muss man das Visitor Centre aber sicherlich nicht. Über Tavisstock am Rande des Dartmoors ging es dann über North Brentor, einer hübschen Kirche auf einem Hügel (der aber wegen MKS abgesperrt war), nach Lydford, wo wir die bekannte Schlucht wegen MKS leider nicht besichtigen konnten, wo aber ein hübscher Dorfkern mit nett gelegener Kirche und einer Burgruine anzutreffen ist. Nach kurzer Pause ging es weiter nach Cotehele House. Hier ließen wir uns für den National Trust werben, einer der zwei großen Organisationen zur Erhaltung der englischen Kulturdenkmäler, was uns zunächst einen Preisvorteil, später aber auch neue Ziele einbrachte. Cotehele House ist ein hübsch angelegtes und eingerichtetes Landhaus mit einem schönen Garten. Auch sehenswert: die etwas entfernte Hafenanlage und eine Mühle. Nach einem verhältnismäßig langen Aufenthalt begaben wir uns wieder in das Dartmoor. Im wahrsten Sinne über Stock und Stein gelangten wir ins abgelegene aber lohnenswerte Sheepstor, wo wir in der Kirche aber feststellen mussten, das am selben Tag bereits zwei andere Touristen den Weg gefunden hatten. Über die bekannten Moordörfer Buckland und Widecombe fuhren wir in der Dämmerung schließlich zurück, um den Abend abermals im Pub (gleicher Ort, dieses Mal beide Guiness, zu beschliessen. Übrigens: Das alle Pubs um 23.00 Uhr dichtmachen, können wir nicht bestätigen.
Nach dem westlichen Teil des Dartmoors folgte nun - wieder nach intensiver Rücksprache mit Ken - der Ostteil: Über Castle Drogo am Nordrand des Moores, einer wehrhaften Anlage mit detailgetreuer Rekonstruierung, ging es zur Burgruine Berry Pommeroy Castle nahe Torquay auf Geisterjagd. In der Hand der Konkurrenz des National Trustes (English Heritage) handelt es sich um eine romantisch zerfallene Burgruine etwas abseits der Touristenströme, die auf keiner Tour fehlen sollte. Nach ausgiebiger Erforschung aller Treppen, Felsvorsprünge etc. setzten wir unsere Fahrt fort. Mit der Fähre über den Dart ging es nach Dartmouth. Die Hafenstadt besitzt eine schön hergerichtete Hafenanlage, in der sich - von den vielen Möwen mal abgesehen, die schnellstens erscheinen, wenn man einem Vogel etwas zu Essen abgibt - schön picknicken lässt. Weiter ging die Tour nach Torcross an die Südküste, wo die Küstenstrasse wunderschön zwischen Nordsee und einem künstlich angelegtem See verläuft. Nach einer kurzen Wandertour stärkten wir uns mit einem Cream Tea, einer Entdeckung, auf die wir im Laufe der Reise später öfter zurückkamen. Zum typischen Tee werden dabei sogenannte Scones (Gebäck), Clotted Cream (eine Art angesüsste, verteifte Sahne) und Marmelade serviert, eine wundervolle Kombination, die auch ungemein sättigend ist. Unglücklicherweise hatten wir bereits am Vortag geplant, zum Abendessen im 'Old Inn' in Widecombe einzukehren, welches uns von Ken empfohlen wurde und welches wir bereits am Vortag gesehen hatten. Davon konnten wir ja schlecht Abstand nehmen, insbesondere weil es unseren Abschluss im Dartmoor darstellte. So kam es, dass wir nach dem Abendessen richtig voll waren und abends auf den Pub verzichteten. Auf einer abgelegenen Moorstraße (deren Einfahrt kaum auszumachen ist) genossen wir noch einmal das Dartmoor, fuhren zur letzten Übernachtung nochmals nach Moretonhampstead und planten unseren nächsten Tag.
An diesem Tag wollten wir den westlichsten Punkt Englands erreichen, bis dahin war aber noch eine weite Strecke zurück zu legen. Unsere erste Pause machten wir bei Lanhydrock House, wieder einem liebevoll hergerichteten englischen Landsitz. Nachdem wir auch hier Haus (von der Einrichtung her ein echtes Highlight) und Garten intensiv betrachtet hatten, fuhren wir weiter. Da wir unsere Unterkunft in Falmouth gebucht hatten, nutzten wir unsere Vorbeifahrt, um schon einmal unser Gepäck in der späteren Herberge unterzubringen. Weiter ging es zu den Glendurgen Gardens, die in erster Linie wegen Ihres Pflanzen-Labyrinthes bekannt sind. Dieses ist in der Tat sehenswert, der Weg hindurch gar nicht so einfach. Aber auch sonst handelt es sich um eine eindrucksvolle Anlage. Die nächste Station war der St. Michaels Mount, der kleine Bruder des Mount St. Michel in der Normandie, der sich aber durchaus auch sehen lassen kann. Leider war es inzwischen sehr regnerisch geworden, zum ersten Mal seit Abbotsbury. Da der Fußweg zum Inselberg überflutet war, mussten wir mit einem kleinen Motorboot übersetzen, welches sich aber aufgrund der einsetzenden Ebbe mehrere Male im Schlick verfing. Der Bootsverkehr wurde nach unserer Ankunft auf der Insel dementsprechend eingestellt, wir waren vom Festland abgeschnitten. Als wir aber ca. 1,5 Stunden später Insel und Burg besichtigt hatten, war der Fußweg zur Insel aber wieder frei. Jetzt ging es weiter nach Lands End, dem westlichsten Punkt Englands, der touristisch leider normalerweise sehr erschlossen ist (kleiner Vergnügungspark), aufgrund der schlechten Witterung und unser späten Ankunft aber so gut wie verlassen war. Da der Regen eine neue Stärke erreicht hatte, beließ ich es bei einem Foto und wir kehrten nach Falmouth zurück. Dort machten wir noch einen kleinen Abendspaziergang um das Pendennis Castle, welches ca. zehn Minuten von unserer Herberge entfernt lag, und begaben uns schließlich erschöpft zur Ruhe. Unser anstrengenster Reisetag (einmal abgesehen von dem Stress mit dem verpassten Flug zu Beginn) war zu Ende.
Die nächste Unterkunft hatten wir in Ilfracombe gebucht, an der Nordküste Südenglands. Unsere erste Station auf dem Weg dorthin war das Eden Project, eine künstliche Biosphäre, die erst vor gut einem Monat eröffnet hatte. Neben Lanhydrock House war das Eden Project erst unsere zweite Station, an der man von einem Besucherandrag sprechen konnte. Und das, obwohl wir kurz nach der morgendlichen Öffnung (10.00 Uhr) bereits dort waren. Der Eintritt ist für Nicht-Studenten richtig teuer (über 30,- DM, für Studenten in etwa die Hälfte), die beiden bisher zu besichtigenden Hallen sind zwar schön angelegt, den teuren Preis aber allenfalls gerade wert. Die ganze Anlage soll auch noch von außen begrünt werden, dann wird es sicherlich etwas lohnenswerter. Gegen Mittag steuerten wir unser nächstes Ziel an: Tintagel. Da mein Freund Rüdiger Angst hatte, hier touristisch ausgebeutet zu werden, war es schwierig, ihn von dem Ziel zu überzeugen. Leztendlich hat es sich aber auf jeden Fall gelohnt. Von der Burgruine ist nicht all zu viel erhalten, die Verbindung zum König Artus ist mehr als fraglich, aber die Lage der Burgruine in und an einer wunderschönen Felsenküste ist auf jeden Fall eine Station wert. Souvinirläden und anderes sind allenfalls in der Ortschaft selber zu finden, hier aber nicht all zu störend. Und von einem Besuchersturm kann in Tintagel auch nicht gerade gesprochen werden. Nach Tintagel fuhren wir entlang der Westküste Cornwalls (wunderschöne Strecke) mit kleineren Wanderpausen (wo wir allerdings durch MKS wieder etwas eingeschränkt wurden) nach Morwenstow, wo ein exentrischer Priester sein Unwesen trieb. Die Schornsteine auf dem Dach seinen Vikariats ließ er wie berühmte Kirchentürme gestalten, von ihm stammt auch die inoffizielle Hymne Cornwalls. Nachdem wir den Leuchturm am Hartland Point wieder durch verschlossene Wege nicht besichtigen konnten (wobei wir unfreiwillig auf dem Hof eines Farmers landeten, der uns - als wir vorsichtig mit unserem Mietwagen manövrierten - darauf aufmerksam machte, dass wir ruhig mit dem Wagen risikoreicher fahren könnte, weil es ja nicht unser war), erreichten wir am frühen Abend Ilfracombe. An einer malerischen Bucht zum Atlantik genossen wir dort einen eindrucksvollen Sonnenuntergang.
Heute war die Nordküste Südenglands angesagt. Erstes Ziel war Combe Martin, wo ein Haus steht, welches von seinen Ecken und Kanten an einem Kartenspiel orientiert ist und aus einem Spielgewinn finanziert wurde, das Pack o' Cards. Weiter ging es nach Selworthy, einem hübschen Dorf mit typischen englischen Cottages, welches durch den National Trust liebevoll restauriert wurde. In Dunster gibt es eine hübsche Burganlage zu besichtigen, was wir natürlich gerne taten. Auf der Strecke reihen sich die Ziele geradezu aneinander. Kurz hinter Dunster befindet sich die Cleeve Abbey, eine restaurierte Klosteranlage, in der man viel über das tägliche Klosterleben in vergangenen Zeiten erfahren kann. Wir besorgten als Souvenir noch schnell eine Flasche Cider auf einer nahe gelegenen Farm und begaben uns dann nach Nether Stowey, wo wir das Wohnhaus des Dichters Coleridge besichtigen, dessen "Ryme of the Ancient Mariner" eines der bekanntesten englischen Gedichte darstellt. In Glastonbury machten wir am berühmten Glastonbury Tor - an dem sich sehr viel früher Avalon befunden haben soll - eine Fotopause. Dann ging es weiter nach Wells, wo wir unsere Unterkunft hatten (genauer gesagt eigentlich in Dulcote, einer kleinen Ortschaft ca. 20 Minuten Fußweg von Wells entfernt). Da es aber noch früh war (trotz der vielen Ziele), begaben wir uns nach Wookey Hole, einer berühmten Höhlenanlage. Auch hier ist der Eintritt teuer, neben der eigentlichen Höhlenbesichtigung aber auch mit dem Besuch einer Papiermühle (die sich ansonsten wohl nicht finanzieren würde und bei der man natürlich fleißig Souvenirs kaufen kann) und einer Art Mini-Freizeitpark verbunden, von dem sich der Irrgaten und das Spiegelkabinett aber auch wirklich lohnen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, begaben wir uns abens zu Fuß nach Wells, um nach längerer Pause mal wieder einen Abend im Pub abzuschließen (.. der auch nach 23.00 Uhr geöffnet hatte!).
Es war mittlerweile bereits der drittletzte Tag angebrochen. Aber keine Zeit, Trübsal zu blasen, das Programm war wieder
umfangreich:
Heute stand Bath an, eine Stadt, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zunächst wollten wir
von Wells mit dem Zug fahren, aber unsere Gastgeberin überzeugte uns, in Richtung Bath zu fahren, vor der Stadt bzw.
direkt am Eingang zu Stadt auf einem riesigen Parkplatz zu parken und den Bus zu nehmen. So ersparten wir uns und unserem
Mietwagen weitere enge (und hier zusätlich viel befahrene) Gassen und konnten aus den Fenstern bereits in Ruhe erste
Eindrücke der Stadt erhaschen. Wir starteten mit der Einrichtung, die der Stadt ihren Namen gab, den Bädern. Bereits zu
Römerzeiten befand sich an der heißen Quelle eine riesige Badehalle, wie man in einer teuren aber absolut lohnenswerten
Audioführung erfahren kann. Nach den Römern geriet Bath in Vergessenheit, erlebte aber im 18. Jahrhundert durch den
englischen Adel eine Auferstehung, der plötzlich in Massen nach Bath pilgerte. Aus dieser Zeit stammen auch die meisten
Gebäude, so dass die Stadt im Großen und Ganzen ein sehr geschlossenes Stadtbild vermittelt. Die Innenstadt ist sehr
belebt, es sind auch viele Straßenkünstler anzutreffen, die die Atmossphäre zusätzlich auflockern. Bath sollte man sich
angeschaut haben. Am frühen Abend waren wir zurück in Wells, wo wir uns in Richtung Kathedrale aufmachten. Am Eingang zur
Kathedrale stand ein Mann, der uns freundlich darauf hinwies, dass die Kathedrale bereits geschlossen sei und er nur noch
die Türen abschließen müsse. Als wir ihm sagten, dass wir bereits am nächsten Tag zum nächsten Ziel aufbrechen würden und
keine Zeit mehr für eine Besichtigung der Kathedrale hätten, ließ er uns nicht nur in die Kathedrale, er führte uns auch
noch ausführlich herum. Das hatte ich echt nicht erwartet. Und es hat sich allemal gelohnt. Es wäre schade gewesen, wenn
wir das verpasst hätten. Nach Besichtigung der Kathedrale und einem kurzen Spaziergang in Wells beschlossen wir den Abend
mal wieder im ... Pub!
Am vorletzten Tag schlicht sich ein wenig Wehmut über das baldige Reiseende ein. Jetzt war der Urlaub bald zu Ende. Aber ein
paar Sachen wollten wir noch anschauen:
Am späten Morgen nach einem erneut umfangreichen und leckeren Frühstück (wobei man sich langsam an das viele und zum Teil
warme Essen am Morgen gewöhnt hatte) brachen wir in Richtung Stourhead auf, einem der berümtesten englischen
Landschaftsgärten (der sich natürlich wieder im National Trust befand). Und der Ruf kommt nicht von ungefähr. Auf einer
ca. drei Kilometer langen Strecke um einen See werden durch liebevoll errichtete Gebäude, Grotten, Felsen immer neue
Blicke aufgeworfen, die allesamt faszinieren. Hier kann man sicherlich noch mehr Zeit verbringen, als wir es taten, aber
wir wollten ja noch andere Ziele anschauen. Das erste davon war Avebury, welches mit Stonehenge ebenfalls ins
Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde. Hier steht der größte monolitische Steinkreis und ein wirklich alter
Zeremoniehügel. Die Ausstellung ist hübsch angelegt und sehenswert, für eine ausgiebiege Wanderung entlang des Steinkreises
fehlte und leider die Zeit. Und dann stand unser letztes Reiseziel auf dem Programm: Basildon Park, ein englisches
Landhaus mit großem Garten. Weiter ging es nach Maidenhead, wo wir unsere Unterkunft hatten. Wir beschlossen den
touristischen Teil mit einem Abendessen in dem kleinen und romantischen Dorf Cookham ca. zwei Kilometer von Maidenhead
entfernt. Hier reihen sich die Restaurants aneinander, seltsamerweise sind die meisten auch voll. Ganz Maidenhead muss
hier zum Essen herkommen. Vom Abendessen ging es weiter in die 'Pub-Phase' (wieder mit Guiness) und dann war leider auch
der letzte Abend vorbei.
Der letzte Tag ist schnell erzählt. Nach dem Frühstück ging es über die äußere Ringautobahn Londons direkt zum Flughafen, wo wir bereits mittags ankamen. Unsere Flüge gingen um 16.30 bzw. 18.00 Uhr, aber das Trauma vom verpassten Hinflug war noch zu present. So schlugen wir uns die letzten Stunden auf dem Flughafen um die Ohren, bis es dann nach Hause ging.
Jedem, der nach Südengland fahren möchte, ist ein solcher Trip nur zu empfehlen. Die schöne Landschaft, die niedlichen Dörfer und die vielen Besonderheiten (von der Schwanenzucht bis zur Clotted Cream) können jeden in ihren Bann schlagen. Unsere Reisemethode mit Flugzeug und Mietwagen hat sich bewährt, da wir so unabhängig die Ziele ansteuern konnten. Auch das Bed&Breakfast hat sich als lohnenswert erwiesen (hierzu gibt es noch mehr unter der Rubrik 'Unterkünfte'). Insbesondere das Dartmoor mit der unberührten, teilweise wilden Landschaft und den sanften Hügeln hat uns beeindruckt. Aber die gesamte Tour war kaum schlechter. Bleibt nur eines zu sagen: Nicht überlegen, buchen!
